Aerial Dance im Saarland, der Pfalz und Umgebung.

Jedes Jahr wieder im April zieht es mich nach Karlsruhe zum Pyramidalen Akrobatikfestival. Dieses Jahr war es bereits am letzten Märzwochende so weit, dass sich hunderte Akrobaten, Jongleure und Luftartisten in den Sporthallen der Universität Karlsruhe getroffen haben.

Festival Atmosphäre

Ein kurzer Blick in die Halle am Freitag.

Stellt Euch vor, drei Tage Training, neue Kontakte, Workshops und eine fantastische Show–wer möchte da noch zu Hause bleiben? Dieses Festival scheint sich auch bei den Luftakrobaten herumzusprechen, zeitweilig standen bestimmt 20 von uns um die fünf aufgehängten Tücher herum und haben sich gegenseitig die tollsten Tricks gezeigt. Eine stets wiederkehrende Frage, „kennst Du den schon?“ oft gefolgt von: „…erst machst Du einen Fußknoten, dann einmal um den Körper schlingen und anschließend nach hinten lehnen…“ führt immer wieder dazu, dass keiner mehr weiß, was gemeint ist und man es doch vorturnen muss. Wie schön wäre doch eine einheitliche Namensgebung… Drei Tricks an denen wir uns an dem Wochenende gerne abgearbeitet haben oder sie variiert haben sind mir als Schulterschlaufe (oder der englische Name: Belay), Flamingo Splits (Rebecca) und J-drop bekannt und, nun ganz neu, Aufrollen an Bein und Fuß. Natürlich gab es noch viel mehr tolle Abfaller, die wir jetzt alle üben können. Den Preis für den besten neuen Namen bekommt von mir „der dicke Mexikaner“.

Neue Variation in der Schulterschlaufe

Neue Variation in der Schulterschlaufe

J-drop

J-drop Endposition.

Ganz fantastisch war auch wieder die Show am Freitagabend, Vivarium Artistikum. Sie ist jedes Jahr ausverkauft und die Künstler können das fachkundige Publikum immer wieder aufs Neue begeistern. Besonders beeindruckt hat mich die Kombination aus Poi-Spiel und Jonglage von Armin Taeschner aus Berlin, der die Pois in der Luft stehen ließ und die scheinbar weichen Teile plötzlich wie Keulen in der Luft jonglierte. Hat er eine neue Disziplin begründet? (Leider finde ich seine Homepage nicht, habt ihr sie gefunden?) Wunderbar und mitreißend war auch die Show von Kira & Anders mit ihrer Partnerakrobatik zu Charleston Musik und Tanz. Hier könnt ihr die Show noch einmal miterleben: The Roaring 20’s. Ich freue mich schon auf das nächste Mal in Karlsruhe, aber auch zwischendurch gibt es noch ein paar Festivals, die sicher einen Besuch wert sind. Viele findet ihr auf INBAZ, andere sind etwas schwieriger zu finden, deshalb hier eine kurze Liste der Festivals, die mich interessieren:

Festivals mit richtig strukturiertem Unterricht habe ich in Deutschland noch nicht gefunden, aber in Europa gibt es mindestens drei für Luftartisten vom Anfänger bis Profi:

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Fast ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem wir unsere Show Piraten an Bord! beim Saarfest in Völklingen gezeigt haben. Aber nun ist endlich das Video geschnitten und online.

A gulp of rum befor the action starts.

A gulp of rum befor the action starts.

Unser Auftritt war an einem der wenigen Wochenenden dieses Jahr, an dem man sich in kürzester Zeit einen Sonnenbrand holen konnte. Und wir waren natürlich schon früh zum Aufbauen auf dem Festgelände….

Morgens war das Festgelände zwar noch ganz leer, aber eins funktioniert wohl immer–die Terrorpanik.
Ich konnte gar nicht so schnell einmal zum Auto hin und zurücklaufen, wie mein, unbedacht vor der Bühne abgestellter, Koffer einen „Bombenalarm“ ausgelöst hatte! (Der Parkplatz war keine 200 m entfernt.) Wie traurig, dass inzwischen hinter jeder Ecke eine Bombe vermutet wird.

The captain has an eye on you.

The captain has an eye on you.

Nichtsdestotrotz durften wir dann doch das Tuch aus diesem höchstverdächtigen Koffer auf der Bühne aufhängen. Und waren nach einigen Testsequenzen (schwungvoller Aufgang ohne die Scheinwerfer mitzureißen, Eingang und Ausgang aus der Schlaufe mit Sprung auf eine durchgetretene Matte -autsch- und Test der maximalen Höhe) bereit für den Auftritt.

Angel fall

The captain’s bride is falling into the enemy’s hands.

Nun blieb nur Warten, einen Sonnenbrand abholen, die Wettkämpfer auf Drachenbooten durchs Wasser schießen zu sehen und die etwas anstrengende Musik zu erdulden.

Um uns den maximalen Impact zu gewähren, wurde unser Auftritt von einem sagenhaften Bühnenprogramm umrahmt. Erst ein McD Clown, der zum Weglaufen war, dann ein Elvis Impersonator und schließlich Country Musik. Vielen Dank dem tollen Publikum, dass sich zu unseren Auftritten immer wieder zahlreich neu versammelte und stehen blieb.

Hanging Arabesque

Festival of the pirate.

Unsere Show Piraten an Bord! beim Völklinger Saarfest war ein voller Erfolg. Danke an die vielen fleißigen Helfer und den Fotografen, der Euch die Show nochmal miterleben lässt!

A fierce fight follows.

A fierce fight follows.

Noch mehr Bilder (fast 200 Stück) findet ihr hier.

Vielleicht habt ihr Euch schon gefragt, warum ich dieses Jahr das IADF nicht besuche, obwohl ich letztes Mal so begeistert war. Dieses Jahr bieten sie sogar einen Kurs im Cyr Rad an!

Die Antwort ist einfach: man kann wieder nicht alles gleichzeitig machen. Schade eigentlich. Dieses Jahr liegt mein Fokus auf unserer Show „Piraten an Bord“. (Den permanenten Regenguss aus dem Sommer in Letterkenny musste ich in den letzten Wochen ja leider auch nicht missen.)

Wir freuen uns schon auf unseren Open Air Auftritt am 16. Juni 2013 in Völklingen beim Saarfest und hoffen natürlich auf strahlenden Sonnenschein.

Piraten an Bord!

Ein Zweimaster schaukelt ruhig auf den sanften Wellen des karibischen Meeres dahin und nichts scheint die traute Zweisamkeit des Kapitäns mit seiner Liebsten stören zu können. Doch plötzlich beginnen die Masten des Schiffes zu wanken und zu wogen; ein unerbittlicher Kampf um Leben und Tod in luftiger Höhe entspinnt.

Spektakuläre Stürze und elegante Passagen am Vertikaltuch wechseln einander ab, während das Gefecht in furchterregender Höhe seinen Lauf nimmt. Mal alleine, mal im Duett wird den Zuschauern ein atemberaubendes Schauspiel geboten. Die drei Luftartistinnen bieten eine virtuose Darbietung voll unerwarteter Wendungen, deren Ursache nur in einer dieser banalen Finessen des Schicksals liegen kann.

Am Sonntag dem 16. Juni 2013 sind wir drei mal auf der Bühne des Radio Salü zu sehen. Auszug aus dem Programm:

15:20 Uhr, 17:35 Uhr, 19:20 Uhr
Luftartistik am Vertikaltuch
„SaArialDance“ haben gleich mehrere Auftritte in denen sie ihr aktuelles Programm „Piraten an Bord“ darbieten. Ein spektakulärer Auftritt mit halsbrecherischen Stunts, waghalsigen Übungen und eleganten Passagen
bietet ein atemberaubendes Schauspiel.

Heute beginnt in Irland das Irish Aerial Dance Festival, diesmal leider ohne mich. Wie habe ich letztes Jahr die zwei Wochen in Letterkenny genossen….

Das IADF bietet zwei Wochen lang intensives Training in den verschiedenen Arten der Luftartistik / des Lufttanzes bei namhaften Trainern an. Letztes Jahr habe ich bei einer Begründerin des Aerial Dances, bei Fred Deb‚, einen tollen Kurs zur Choreographie am Vertikaltuch besucht, bei ihrem Mann Jacques Bertrand mehr Technik und Figuren gelernt und zum ersten Mal Wall Running und Counterweight Flying ausprobiert!

Täglich sechs Stunden Training in einer fantastischen Atmosphäre mit so vielen Gleichgesinnten, das ist schon etwas besonderes. (Insbesondere wenn man in seinem Alltag eher an den Bürostuhl gefesselt ist.)

Wall Running zum Beispiel war eine tolle Erfahrung. Ich hatte schon früher mal eine Aufführung gesehen, bei der die Akteure an einer Hauswand tanzten; dies aber selbst mal auszuprobieren war eine Chance, die ich mir nicht entgehen ließ.

Beim Wall Running trägt man einen Klettergurt, und sichert sich wie beim Klettern mit verschiedenen Karabinern an einem Seil, das etwa einen Meter von einer Wand entfernt an der Decke befestigt ist. Interessanterweise hat man an der glatten Wand nun keine gute Aufstiegshilfe und klettert mit Hilfe einer Steigschlinge, die an dem gleichen Seil befestigt ist, wie man selbst. Ein Schritt, die rechte Hand strafft das Seil, das durch den Klettergurt läuft, die linke Hand schiebt die Schlaufe hoch und wieder von vorne mit dem nächsten Schritt, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Ist man einmal angekommen, ist ein Großteil der Energie eines Anfängers schon verpufft. Trotzdem haben wir Drehungen, Handstand an der Wand (diesmal parallel zum Boden), Luftsprünge, Salti und mehr gelernt.

Schaut Euch einfach das Video von Kate von Sanctuary Pilates an, um einen Eindruck zu bekommen:

Counterweight Flying war auch eine spannende Entdeckung über die ich Euch demnächst mal berichte.

Bald ist es wieder so weit, der zweite Teil meines Vertikaltuchworkshops steht an!

Der erste Teil hat riesig Spaß gemacht, obwohl wir festgestellt haben, dass 3,5 Stunden am Tuch richtig anstrengend sein können und ich vermute, dass mehr als eine/r am nächsten Tag einen ordentlichen Muskelkater gepflegt hat. Am Sonntag stehen dann vier Stunden am Stück an — oh jeh! Wer ordentlich geübt hat, den kann das nicht schrecken, aber wer hatte denn an den Feiertagen dazu Gelegenheit???

Deshalb gibt es nächsten Sonntag eine besondere Herausforderung, die die Arme entlastet und die Lachmuskeln beansprucht. Wir werden die Hüften kreisen lassen und eine Einführung in den Hoop Tanz erleben. Ich freue mich schon auf die erlösten Gesichter, wenn der Reifen endlich oben bleibt und wir uns hüftschwingend durch den Raum bewegen. Falls ihr Hoop Tanz zu Hause versuchen wollt, denkt bitte daran, dass Erwachsene größere und schwerere Reifen benötigen, um Erfolg zu haben.

Viel Vergnügen!

Hoop Tanz

Mein erster selbstgebauter Reifen.

Aerial Dance kann jede/r lernen.

Bild aus meinem ersten Aerial Dance Kurs in North Carolina.

Nächstes Wochenende werde ich den ersten Vertikaltuchworkshop für Erwachsene im Saarland anbieten. Am 1. Dezember 2012 und am 13. Januar 2013 treffen wir uns in der Zirkusschule Kokolores in einer bunt gemischten Gruppe. Absolute Anfänger und solche mit geringen Vorkenntnissen sind herzlich zu diesem Workshop eingeladen.

Wir werden verschiedene Klettertechniken ausprobieren und erste tänzerische Elemente erlernen und verknüpfen. Natürlich wollen wir auch die Welt auf den Kopf stellen und über ihr schweben. Seid gespannt und kommt vorbei.

Ich freue mich auf Euch.

Details:

Veranstaltungsort: Zeltdorf der ZirkusSchule KOKOLORES, Stromstraße, 66115
Saarbrücken-Malstatt

– 1.12.2012 von 15.00-18.30 Uhr
– 13.1.2013 von 10.00-14:00 Uhr

Teilnehmer/innenbeitrag: 40,-€

Anmeldung per e-mail an: offener.treff[AT]VereinFuerSpielUndTheater.de

Nachdem es am Samstag hier dieses Jahr zum ersten Mal geschneit hat, sich der Wintereinbruch also nicht mehr wegdiskutieren ließ, haben meine zwei Vertikaltuch-Partnerinnen und ich uns ein Winterquartier eingerichtet. (Heute früh, im Oktober, waren es sogar nur -5 ºC!)
Dem Winter hatte ich schon sorgenvoll entgegengesehen, da bei Temperaturen unter 0 ºC das Zelt nicht ausreichend geheizt werden kann und somit das Training letztes Jahr oft ausfallen musste. Dies kann uns dieses Jahr aber nicht mehr schrecken, denn nun haben wir ein Tuch in einer Kletterhalle aufgehängt! Dank Anika, die wie ein Äffchen an den Dachstreben entlang geklettert ist und das Tuch fachmännisch befestigt hat, lassen wir uns jetzt aus neuen Höhen fallen. Zu unserer besonderen Freude, ist die neue Aufhängung mindestens zwei Meter höher als die im Zirkuszelt, so dass wir endlich auch ein paar aufwändigere Abfaller wagen können.
Es ist also ein tolles Winterquartier, das wir vielleicht auch im Sommer beibehalten werden. Obendrein sind wir nun nicht mehr an die Trainingszeiten im Zirkus gebunden, was uns viel mehr zeitliche Flexibilität bietet.

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Die zusätzliche Höhe bietet außerdem den nötigen Platz, um zu zweit am Tuch trainieren zu können. Ich wollte schon länger mal eine Duo-Nummer erarbeiten, nun habe ich endlich die Höhe und die passenden Partnerinnen.

Durch unsere Präsenz in der Kletterhalle werden wir bestimmt noch die ein oder andere für SaArial Dance begeistern können. Ich freue mich, dass SaArial Dance nun beginnt, ins Rollen zu kommen.