Aerial Dance im Saarland, der Pfalz und Umgebung.

Heute beginnt in Irland das Irish Aerial Dance Festival, diesmal leider ohne mich. Wie habe ich letztes Jahr die zwei Wochen in Letterkenny genossen….

Das IADF bietet zwei Wochen lang intensives Training in den verschiedenen Arten der Luftartistik / des Lufttanzes bei namhaften Trainern an. Letztes Jahr habe ich bei einer Begründerin des Aerial Dances, bei Fred Deb‚, einen tollen Kurs zur Choreographie am Vertikaltuch besucht, bei ihrem Mann Jacques Bertrand mehr Technik und Figuren gelernt und zum ersten Mal Wall Running und Counterweight Flying ausprobiert!

Täglich sechs Stunden Training in einer fantastischen Atmosphäre mit so vielen Gleichgesinnten, das ist schon etwas besonderes. (Insbesondere wenn man in seinem Alltag eher an den Bürostuhl gefesselt ist.)

Wall Running zum Beispiel war eine tolle Erfahrung. Ich hatte schon früher mal eine Aufführung gesehen, bei der die Akteure an einer Hauswand tanzten; dies aber selbst mal auszuprobieren war eine Chance, die ich mir nicht entgehen ließ.

Beim Wall Running trägt man einen Klettergurt, und sichert sich wie beim Klettern mit verschiedenen Karabinern an einem Seil, das etwa einen Meter von einer Wand entfernt an der Decke befestigt ist. Interessanterweise hat man an der glatten Wand nun keine gute Aufstiegshilfe und klettert mit Hilfe einer Steigschlinge, die an dem gleichen Seil befestigt ist, wie man selbst. Ein Schritt, die rechte Hand strafft das Seil, das durch den Klettergurt läuft, die linke Hand schiebt die Schlaufe hoch und wieder von vorne mit dem nächsten Schritt, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Ist man einmal angekommen, ist ein Großteil der Energie eines Anfängers schon verpufft. Trotzdem haben wir Drehungen, Handstand an der Wand (diesmal parallel zum Boden), Luftsprünge, Salti und mehr gelernt.

Schaut Euch einfach das Video von Kate von Sanctuary Pilates an, um einen Eindruck zu bekommen:

Counterweight Flying war auch eine spannende Entdeckung über die ich Euch demnächst mal berichte.

Bald ist es wieder so weit, der zweite Teil meines Vertikaltuchworkshops steht an!

Der erste Teil hat riesig Spaß gemacht, obwohl wir festgestellt haben, dass 3,5 Stunden am Tuch richtig anstrengend sein können und ich vermute, dass mehr als eine/r am nächsten Tag einen ordentlichen Muskelkater gepflegt hat. Am Sonntag stehen dann vier Stunden am Stück an — oh jeh! Wer ordentlich geübt hat, den kann das nicht schrecken, aber wer hatte denn an den Feiertagen dazu Gelegenheit???

Deshalb gibt es nächsten Sonntag eine besondere Herausforderung, die die Arme entlastet und die Lachmuskeln beansprucht. Wir werden die Hüften kreisen lassen und eine Einführung in den Hoop Tanz erleben. Ich freue mich schon auf die erlösten Gesichter, wenn der Reifen endlich oben bleibt und wir uns hüftschwingend durch den Raum bewegen. Falls ihr Hoop Tanz zu Hause versuchen wollt, denkt bitte daran, dass Erwachsene größere und schwerere Reifen benötigen, um Erfolg zu haben.

Viel Vergnügen!

Hoop Tanz

Mein erster selbstgebauter Reifen.

Aerial Dance kann jede/r lernen.

Bild aus meinem ersten Aerial Dance Kurs in North Carolina.

Nächstes Wochenende werde ich den ersten Vertikaltuchworkshop für Erwachsene im Saarland anbieten. Am 1. Dezember 2012 und am 13. Januar 2013 treffen wir uns in der Zirkusschule Kokolores in einer bunt gemischten Gruppe. Absolute Anfänger und solche mit geringen Vorkenntnissen sind herzlich zu diesem Workshop eingeladen.

Wir werden verschiedene Klettertechniken ausprobieren und erste tänzerische Elemente erlernen und verknüpfen. Natürlich wollen wir auch die Welt auf den Kopf stellen und über ihr schweben. Seid gespannt und kommt vorbei.

Ich freue mich auf Euch.

Details:

Veranstaltungsort: Zeltdorf der ZirkusSchule KOKOLORES, Stromstraße, 66115
Saarbrücken-Malstatt

– 1.12.2012 von 15.00-18.30 Uhr
– 13.1.2013 von 10.00-14:00 Uhr

Teilnehmer/innenbeitrag: 40,-€

Anmeldung per e-mail an: offener.treff[AT]VereinFuerSpielUndTheater.de

Nachdem es am Samstag hier dieses Jahr zum ersten Mal geschneit hat, sich der Wintereinbruch also nicht mehr wegdiskutieren ließ, haben meine zwei Vertikaltuch-Partnerinnen und ich uns ein Winterquartier eingerichtet. (Heute früh, im Oktober, waren es sogar nur -5 ºC!)
Dem Winter hatte ich schon sorgenvoll entgegengesehen, da bei Temperaturen unter 0 ºC das Zelt nicht ausreichend geheizt werden kann und somit das Training letztes Jahr oft ausfallen musste. Dies kann uns dieses Jahr aber nicht mehr schrecken, denn nun haben wir ein Tuch in einer Kletterhalle aufgehängt! Dank Anika, die wie ein Äffchen an den Dachstreben entlang geklettert ist und das Tuch fachmännisch befestigt hat, lassen wir uns jetzt aus neuen Höhen fallen. Zu unserer besonderen Freude, ist die neue Aufhängung mindestens zwei Meter höher als die im Zirkuszelt, so dass wir endlich auch ein paar aufwändigere Abfaller wagen können.
Es ist also ein tolles Winterquartier, das wir vielleicht auch im Sommer beibehalten werden. Obendrein sind wir nun nicht mehr an die Trainingszeiten im Zirkus gebunden, was uns viel mehr zeitliche Flexibilität bietet.

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Die zusätzliche Höhe bietet außerdem den nötigen Platz, um zu zweit am Tuch trainieren zu können. Ich wollte schon länger mal eine Duo-Nummer erarbeiten, nun habe ich endlich die Höhe und die passenden Partnerinnen.

Durch unsere Präsenz in der Kletterhalle werden wir bestimmt noch die ein oder andere für SaArial Dance begeistern können. Ich freue mich, dass SaArial Dance nun beginnt, ins Rollen zu kommen.

Training nach der Show

Unsere Auftritte am Vertikaltuch bei dem Dancical letzte Woche haben gut geklappt und wir haben ordentlich Lob eingeheimst. Hat auch viel Spaß gemacht, mal in einem richtigen Theater auf der Bühne zu stehen.

Aber das Training danach finde ich fast noch toller. Endlich kann man wieder mal etwas neues ausprobieren, muss nicht die gleichen Übungen immer wieder nur mit anderen Handbewegungen wiederholen. Und es muss auch nicht gleich perfekt aussehen. Ich liebe es, mir neue Tricks zu erarbeiten und mein Repertoire zu erweitern; am liebsten mit anderen Luftartisten.

Schade, dass wir in Saarbrücken noch keine große Luftartistikgemeinschaft haben, aber das wird.  Ich freue mich wahnsinnig, in den letzten Monaten eine Tanz- und Trainingspartnerin gefunden zu haben und hoffe, dass sich noch ein paar mehr (angehende) Luftartisten finden.

Erstmal ist jetzt aber Training nach Lust und Laune angesagt. Neues probieren und an Tricks weiterarbeiten, die noch nicht klappen wollen. Letzterer ist bei mir der Helikopter, der einfach klasse aussieht. Ich weiß wie es geht, aber mein Körper hat es wohl noch nicht verstanden…

Beim ersten Klettern stelle ich überrascht fest, wie niedrig das Tuch aufgehängt ist. Ich hatte mich an die luftige Höhe des Theaters gewöhnt, die wir leider gar nicht ausnutzen konnten, weil wir ja sonst nicht so hoch trainieren. Also geht nur ein kleiner Helikopter. Na gut, dann ist der Fall auch nicht so schlimm. Aber siehe da, es geht schon ein bisschen besser, vielleicht braucht der Kopf einfach mal etwas anderes zwischendurch. Ich hoffe, dass ich dieses kleine Erfolgserlebnis bei Gelegenheit in größerer Höhe wiederholen kann.

Midnight Circus, das Dancical, wurde letzte Woche im Theater am Ring in Saarlouis gezeigt. Die Premiere war der erste komplette Durchlauf mit allen Darstellern! Aber es klappte dann doch richtig gut. Die Zuschauer waren jedenfalls ganz zufrieden und haben drei Stunden lang durchgehalten. – Danke!

Schade, dass ich keine Zeitungskritik gefunden habe, vermutlich waren die Reporter rund um den Tag der Einheit anderswo beschäftigt. Ein paar schöne Fotos sind trotzdem entstanden, weil wir einen tollen Fotografen hatten.

Tuchakrobaten sind immer sehenswert. Hier bin ich mit meiner Partnerin prominent im Wochenspiegel bei der Ankündigung des Dancicals Midnight Circus abgebildet.

Ich habe mir einen Traum erfüllt: ein eigenes Aerial Rig! Es ist ein Leichtgewicht unter den freistehenden Aufhängungen für Luftartistik, aber für Vertikaltuch gut geeignet und kann von einer Person in 20 Minuten aufgebaut werden. Wichtig ist allerdings, dass der Boden eben ist und die Füße straff über Drahtseile miteinander verbunden sind.

Dieses Blog soll ein Informationsforum über Luftartistik werden, mit praktischen Informationen, wie, wann und wo man in die Luft gehen kann, und auch einfach spannende Themen, rund um Artistik in der Luft und am Boden, aufgreifen. Außerdem will ich einen virtuellen Begleiter meines Hobbys schaffen, der meine Fortschritte wahrnimmt, und Neugierige für diese Kunstform begeistern. Vielleicht führt dieses Blog auch dazu, dass sich hier im Saarland eine Gruppe von Luftartisten findet, die sich gegenseitig unterstützen und beflügeln.

Neugierig? Dann lass von Dir hören.